Willkommen bei Art Against FGC

Lösungsansätze

Home / FGC

Lösungsansätze und Hilfsmöglichkeiten

Was muss sich weltweit, aber auch in Deutschland verändern, um Betroffenen die Situation zu erleichtern und um Mädchen und Frauen vor FGC zu bewahren? Und wie kann man als Einzelperson dazu beitragen?

Was kann man selbst tun, um der weiblichen Genitalbeschneidung den Kampf anzusagen?

Enttabuisierung

Sprich darüber! Unterhalte Dich mit Freund*innen über die Thematik und mache Menschen darauf aufmerksam. So wird das Tabu Stück für Stück gebrochen und der Weg für einen respektvollen interkulturellen Diskurs geebnet.

Unterstützung

Der wichtigste Schutz für Mädchen und Frauen vor einer Genitalbeschneidung ist Bildung und die Möglichkeit auf finanzielle Unabhängigkeit. So wird für Mädchen und Frauen eine selbstbestimmte Lebensweise möglich, da die Gesellschaft weniger Druck auf sie ausüben kann. Du findest hier eine Auflistung von Organisationen und Projekten, die sich für von FGC bedrohte Mädchen und Frauen einsetzen und sie mit unterschiedlichen Programmen unterstützen. Mit einer Spende kannst Du dazu beitragen, dass Frauen weltweit ein selbstbestimmteres Leben führen können!

Projekte und Organisationen

Sieh Dir an, was diese Institutionen vorhaben, um FGC abzuschaffen und unterstütze sie dabei.


Spendenlinks

Hier wirst Du direkt zu Spendenplattformen weitergeleitet, falls Du nicht lange suchen möchtest.


Medizinisches Personal

Da für deutsche Gynäkolog*innen und Geburtshelfer*innen der Umgang mit genitalbeschnittenen Frauen nichts Selbstverständliches ist, kommt es vor, dass sie emotional oder überfordert reagieren und den Frauen nicht vorurteilsfrei oder mit dem nötigen Fachwissen begegnen können. Es kann deshalb passieren, dass sich Patientinnen unwohl, missverstanden oder gar stigmatisiert fühlen. Auch werden die Frauen nicht immer nach den Hintergründen ihrer Genitalbeschneidung gefragt oder gar ganz aus der Kommunikation ausgeschlossen. Bei manchen Betroffenen erweckt das Scham und Schuldgefühle, weshalb sie Arztbesuche gefährlich lange herauszögern. Anstelle von Mitleid wünschen sich Betroffene einen respektvollen, kultursensiblen Umgang, Fachkompetenz und eine vertrauensvolle interkulturelle Kommunikation (vgl. Fana Asefaw 2017).

Es besteht die Möglichkeit, die Vagina wieder zu öffnen und sogar Teile der Vulva wiederherzustellen und für Berührungen sensibel zu machen. Für den Heilungsprozess mancher Frauen ist diese Option enorm wichtig.

Obwohl eine Reinfibulation mit enormen Gesundheitsrisiken verbunden ist und deshalb in Deutschland aus gutem Grund verboten ist, wünschen sich manche Frauen nach der Geburt den vorherigen Zustand zurück. In solchen Momenten ist eine sensible Aufklärung über die vielen Risiken, die eine Reinfibulation mit sich brächte, wichtig, damit die Betroffenen akzeptieren, dass der deinfibulierte Zustand der Vagina für ihren Körper gesünder ist. Dabei sind Einfühlsamkeit und interkulturelle Kompetenz entscheidende Voraussetzungen.

Kindergärtner*innen und Lehrer*innen

Kindergärtner*innen und Lehrer*innen, die den Verdacht hegen, dass ein Kind im nächsten Urlaub im Heimatland der Eltern beschnitten werden könnte, sollten ihre Vermutung sehr aufmerksam hinterfragen, denn dabei kann es sich eventuell auch lediglich um eine Projektion eigener Vorurteile handeln, die ohne stichhaltige Anhaltspunkte gemacht wurde. Die Folge solcher Beschuldigungen kann nämlich ein entzogenes Sorgerecht der Eltern für ihre Kinder bedeuten, selbst wenn der Verdacht der Pädagog*innen unberechtigt war.

Derzeit wird überlegt, ob und wie in Schulen über FGC aufgeklärt werden sollte. Je mehr Menschen sich mit weiblicher Genitalbeschneidung auseinandersetzen, desto leichter fällt der Dialog und die Enttabuisierung, die für weitere Fortschritte essentiell ist.

Krankenkassen

Da die Krankenkassen die Kosten für spezifische medizinische Behandlungen beschnittener Frauen meist nicht vollständig übernehmen, vermeiden letztere folglich Vorsorge und Routineuntersuchungen, was verheerende Folgen für sie haben kann. Daher wäre es hilfreich, wenn die Behandlungen der Folgen von weiblicher Genitalbeschneidung ins Abrechnungsverzeichnis der Krankenkassen aufgenommen werden würden.

Noch Fragen?